Mittwoch, 22. April 2009

Grundstein des Bredenbecker Denkmals mit großer Spannung geöffnet


Ein historisches Glas sorgt für Spannung! Bei den Restau-rierungsarbeiten am Bredenbecker Denkmal haben die Arbeiter einer Fachfirma den historischen Grundstein von 1921 geborgen. Kurzerhand luden wir die Ortsbürgermeisterin Bärbel Back, Mitglieder des Heimatbundes und der Bredenbecker Arbeitsgruppe Gartenregion, die Presse und Dirk Müller vom Wennigser Heimatmuseum sowie Herbert Städtler vom Bredenbecker Ortsarchiv ein, um die "Zeitkapsel" zu öffnen.

Zunächst lösten wir vorsichtig mit einem Holzhämmerchen den versiegelten Deckel. Mit Fingerspitzengefühl und ruhiger Hand zogen wir das Konvolut an Dokumenten vorsichtig heraus. Zeitungen vom 28. August 1921, Postkarten und Ortsgeschichtliches breitete sich auf dem Tisch des Sitzungssaals vor uns aus. Das ortsgeschichtlich Wertvollste: 42 Handgeschriebene Dokumente über die Bredenbecker Vereine von 1921. Die Geschichte der Feuerwehr, des Frauen-, des Krieger-, des Radfahrvereins sowie anderer örtlicher Institutionen liegen nun vor. Das Denkmal wurde 1952 schon einmal geöffnet und saniert. Ein Dokument des damaligen Bredenbecker Gemeindedirektors Dörries und von Bürgermeister Harmann Klaare beschreibt: "Nach dem Zusammenbruch des sogenannten 1000jährigen Reiches, das unser Vaterland in Ruinen verwandelt hat, musste nach 1945 alles wieder aufgebaut werden. Circa 9 Millionen Menschen wurden aus dem Osten vertrieben und mussten in Westdeutschland untergebracht werden. Dadurch bekam Bredenbeck 1000 Flüchtlinge zugewiesen und die Wohnungsnot nahm unnatürliche Formen an. Durch die Gründung der Kreissiedlungsgesellsschaft wurde die Siedlung angefangen und sollen im Laufe der Zeit ca. 100 Wohnhäuser erstehen mit 200 Wohnungen. Ferner wurde am heutigen Tage, dem 12.8.1952, mit dem Bau der Wasserleitung begonnen, die die Wasserkalamität am Ostdeister beheben soll. Möge uns der Frieden erhalten bleiben, sodass wir noch lange Jahre in Glück und Zufriedenheit leben und arbeiten können." Für die Dokumente scheint es eine Rettung in letzter Minute gewesen zu sein: Viele Postkarten klebten bereits aneinander und die Zeitungen waren durchfeuchtet. Manche Papiere waren schon zerfallen. Buchbinder Gunnar Supper begutachtete die Dokumente fachmännisch und nahm diese zur Trocknung und Sicherung des historischen Erbes an sich. In der kommenden Woche wird eine neue "Zeitkapsel", ein Kupferrohr, in dem Sockel eingemauert. Bürgermeisterin Back und ich werden einen Gruß an kommende Generationen beifügen.

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