Mittwoch, 27. Januar 2010

Laverana & Wennigsen

Die Betriebserweiterung der Firma Laverana ist in den vergangenen Jahren mit großem Schwung angegangen worden. Wirtschaftskoordinator Werner Brandt und ich haben unzählige Gespräche und Verhandlungen geführt, um gemeinsam mit den im Rat vertretenen Fraktionen die Betriebserweiterung unseres größten Arbeitgebers zu sichern. Mittlerweile mussten wir aber erfahren, dass auf der Fläche das langfristige Wachstums nicht sichergestellt ist. Hier die offzielle Pressemitteilung, die Laverana-Pressesprecherin Sabine Kästner-Schlemme, Wirtschaftskoordinator Brandt und ich heute der Presse übergeben haben:

Laveranas Herz schlägt nach wie vor für Wennigsen

   Wie im vergangen Jahr mehrfach berichtet, hat die Laverana die Absicht zu expandieren und ihren Standort in Wennigsen zu erweitern. Dies sollte auf einer Fläche in der Gemarkung Degersen nördlich der L 391 passieren.
   Die beabsichtigte Fläche ist auf ein zukünftiges Wachstum nicht ausgelegt. Daher kann das Objekt auf dieser Fläche nicht realisiert werden.
   Die Pressesprecherin der Firma Laverana, Sabine Kästner, betont ausdrücklich, dass der Kosmetikhersteller nach wie vor nach einer Alternativlösung für eine beabsichtigte Standorterweiterung in Wennigsen sucht: „Jeder der Beteiligten hat sich sehr engagiert und partnerschaftlich für die Belange der Laverana eingesetzt und sehr großes Entgegenkommen gezeigt, allen voran der Wirtschaftsförderer Wennigsens, der Bürgermeister, der Rat der Gemeinde, die Region Hannover sowie die Grundstückseigentümer.“
   Die Verwaltung der Gemeinde Wennigsen, die Wirtschaftsförderung und die Region suchen zusammen mit der Laverana nach einer Alternativlösung, die mit der Gesetzeslage, den Belangen der Gemeinde Wennigsen, der Politik und den Bürgern vereinbar ist. Derzeit werden bereits andere Grundstücke geprüft.

Donnerstag, 21. Januar 2010

"Morequalitiesinlife" - der Blog aus Bredenbeck

Leider ist die Zeit momentan bei mir recht knapp und daher finde ich kaum Gelegenheit, ausführlich über mein Bürgermeister-Dasein in kurzen Abständen zu berichten. Derzeit befasse ich mich mit Radwegeplanung Wennigsen - Wennigser Mark. Auf der einen Seite verwaltungstechnisch - nach abgeschlossenen Grundstücksverhandlungen - nun mit dem Planfeststellungsverfahren. Auf der anderen Seite aber lese ich gerade im Internet darüber. Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, auf einen Wennigser Blogger hinzuweisen, der zu aktuellen Themen der örtlichen Politik offensiv Stellung bezieht: Klaus Bickmann aus Bredenbeck mit seinem Blog: http://cross-corner.blogspot.com/ Überschrieben ist er mit dem Titel: "Morequalitiesinlife", was ich mal frei als "Mehr Lebensqualität" zu übersetzen wage. Eintrag 550 befasst sich mit besagter Radwegeplanung. Ich arbeite mit Freude daran, er lehnt sie als überflüssig ab - so ist das politische Geschäft. Aber nichts desto trotz erfreut mich jeder "Post" über Wennigser Belange und die entsprechende Diskussion.

Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - "Haftung für Links" hat das Landgericht (LG) Hamburg entschieden, dass man durch das Setzen eines Links, die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das LG - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert. Der Post besteht lediglich als Hinweis. Die auf der besagten Homepage gemachten Äußerungen spiegeln nicht meine eigenen wider.

Freitag, 15. Januar 2010

Sozialministerin besucht Wennigsen


Die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, Mechthild Ross-Luttman, war gestern zu Besuch in Wennigsen. Auf Einladung der örtlichen CDU besuchte die Landespolitikerin am Nachmittag unsere Gemeinde. Nach einem Gespräch im Rathaus ging es weiter nach Bredenbeck, wo sie das dortige Seniorenheim besuchte.

Das Gespräch in der Gemeinde nutzen wir nicht nur dazu, die Ministerin sich ins Gästebuch unserer Kommune eintragen zu lassen. Vor allem war es ein Anliegen, sie über das Familienzentrum Vogelnest zu informieren. Prof. Dr. Dörte Detert stellte die aktuellen Planungen vor. Im Anschluss diskutierten wir auch Themen die demographische Herausforderung oder die Frage der Familienfreundlichkeit von Kommunen. Am Rande erfreute die Rotenburgerin sich an der verschneiten Deisterlandschaft und ich lud sie zu einer Deisterwanderung unter Führung des Bürgermeisters ein...  | Foto: Hemme |

Dienstag, 12. Januar 2010

Neujahrsrede 2010

Am Sonntag trafen sich zahlreiche Wennigserinnen und Wennigser zum 25. Neujahrsempfang im Kloster. Meine Neujahrsrede:

Das Jahr 2010 hat vor wenigen Tagen begonnen und damit auch ein neues Jahrzehnt. Es ist das fünfte Jahrzehnt in das unsere Gemeinde Wennigsen nun geht, denn wir feiern im März 40 Jahre Gemeinde Wennigsen (Deister). Ich freue mich, dass Sie so zahlreich ins Kloster gekommen sind, so dass wir im gemeinsamen Gespräch dieses Jahr und dieses Jahrzehnt nun eröffnen können. Herzlich begrüßen möchte ich – auch im Namen der mit mir Einladenden - die gewählten Vertreterinnen und Vertreter, sei es aus dem Deutschen Bundestag, dem Niedersächsischen Landtag, dem Rat der Gemeinde Wennigsen, unseren Ortsräten. Ich freue ich zudem sehr, Vertreter unserer Nachbargemeinden begrüßen zu dürfen, unserer Vereine, Verbände, Kirchen und Feuerwehren. Ohne Sie, unsere Ehrenamtlichen wäre das Gemeindeleben nicht so vielfältig wie es ist und der Neujahrempfang ist ja auch dazu da, Ihnen Dank zu sagen!

Lassen Sie mich kurz auf das Jahr 2009 zurückblicken: Es war ein Schwieriges. Nicht nur wegen der Misere in Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Kommunalfinanzen, sondern auch hier bei den indivduellen Fragen unserer Gemeinde. Die fragende Stimmen werden lauter: Am Klostergrund stehen immer noch keine Häuser, am Hagemannplatz stehen nicht einmal Bäume, die Abwasserfrage ist noch nicht geklärt, der Kindergarten Vogelnest ist weiterhin im Stadium der Planung und das Gerätehaus der Feuerwehr ist noch immer nicht ausgeschrieben. Edeka und Laverana, Bolzplatz Bredenbeck wären weitere Stichpunkte. Als Bürgermeister kann man dies in der Neujahrrede nicht einfach übergehen, ohne Gefahr zu laufen ein Schönredner zu sein.

Gerade in Zeiten der Krise ist es daher angebracht, selbstkritisch auf die eigene Arbeit zu schauen. Und aus dieser Sicht neue Kraft für die großen Aufgaben zu schöpfen. Wir können mit Fug und Recht für 2009 sagen: Wir waren erfolgreich! Aber dennoch ist es schwer bei der Vielzahl an Herausforderungen den Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger und auch den eigenen Ansprüchen zu genügen.

Wir haben im vergangenen Jahr viel geschafft: Die Gartenregion war ein grandioser Erfolg. Allein die Auftaktveranstaltung an diesem Ort hat gezeigt, dass unsere Planungen ins Schwarze getroffen haben. Auch Holtensen, Bredenbeck, Wennigser Mark haben beeindruckende Projekte auf die Beine gestellt. Wir haben auch einen Dauerbrenner, im engsten Sinne des Wortes, gelöst: Die ökologische Hackschnitzelanlage für die Schule ist auf den Weg gebracht worden und kann im Frühjahr installiert werden. Neue Kinderbetreuungsangebote sind geschaffen worden, vor allem im Krippen- und Hortbereich. Der Ruheforst Deister ist eröffnet. Das Klimaschutzprogramm ist fertiggestellt und kann den Weg in die Gremien gehen. Auch das Konjunkturpaket ist hervorragend abgearbeitet worden. Projekte für rund 900.000 Euro sind so schnell realisiert worden, dass wir bereits in diesem Winter von den Energieeinsparungen profitieren. Der Beispiele gäbe es noch einige.

Aber wir haben eben nicht alles so weit gebracht, wie es gewünscht war. Zwei Beispiele: Der Kindergarten Vogelnest und der Klostergrund. Woran lag das? Wir haben hier mit hoher Qualität Schritt für Schritt gemacht. Bei dem Baugebiet haben wir erstmals gemeinsam mit der Klosterkammer einen Architektenwettbewerb durchgeführt – nicht, um Alternativen für dieses dieses vorerst letzte, große und zentrale Baugebiet im Kernort zu erarbeiten. Dutzende Köpfe: Architekten, Landschaftsplaner, Energieberater haben sich Gedanken gemacht, und uns Wege aufgezeigt, die wir nun gehen. Im Vogelnest ist es ähnlich. Ich möchte daran erinnern, zum Beginn der Ratsperiode haben wir über einen Kindergarten „von der Stange“ im Reihenhausbau diskutiert. Mittlerweile bewerben wir uns um EU-Gelder für das erste Familienzentrum im ländlichen Raum und auch hier läuft ein Architektenwettbewerb.

Ein Tiefschlag zu Jahresbeginn war die Kostenberechnung für das Gerätehaus, die zum Ende des vergangenen Jahres kam. Auch hier waren die Vorarbeiten solide: Grundstück gekauft, Raumplan fertig, Baugenehmigung und alle Detailplanungen liegen vor. Ich kann an dieser Stelle nur sagen: Wir gehen beherzt an dieses Thema, gleich übermorgen mit einer Sondersitzung um mit der Frische des neuen Jahres diesen Knoten durchzuschlagen.  Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr für Ihre Einsätze im vergangenen Jahr 2009.

Die Herausforderungen sind da, der Wille und die Kraft, sie zu lösen aber noch viel mehr. Die Rahmenbedingungen sind gut: Wennigsen ist gut durch die Krise gekommen. Herzlichen Dank an die Arbeit von Herrn Brandt und der WIG sowie viel Erfolg für die Gewerbeschau in diesem Jahr. Wir hatten im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs an Gewerbesteuer, rund einer halben Million mehr, allen schlechten Nachrichten getrotzt.

Gerade in diesem Jubiläumsjahr sollten wir uns die Frage stellen, wie wir die Gemeinde weiterentwickeln können. Gerade ein rundes Jubiläum ist ein Anlaß, nicht nur in der Tagespolitik zu verharren, sondern uns langfristige Perspektiven zu wählen und auf große strukturelle Herausforderungen uns vorzubereiten. Ein Stichwort ist der demographische Wandel. Dieser macht sich bereits jetzt in Vereinen und Verbänden deutlich. Gestern hat Bredenbeck den Auftakt gemacht und im Neujahrsgespräch versucht eine erste Vision für Bredenebck im Jahr 2020 zu finden. In diesem Jahr heißt es also, die Gemeinde weiter zu entwickeln für unsere Bürgerinnen und Bürger, von der Kinderbetreuung bis zur Seniorenarbeit, weiterentwickeln für Umwelt und Natur, und in vielen weiteren Bereichen, die das kommende Jahrzent prägen werden.

Der Skispringer Jens Weißflog hat einmal gesagt: „Man springt immer nur so weit wie man mit dem Kopf schon ist.“ Für manches müssen wir uns erst einen Kopf machen – wie die angesprochenen langfristigen Herausforderungen. Anderes, gerade die eingangs zitierten Probleme, sind nun reif der Lösung. Sie stehen schon in unseren Köpfen, wir müssen nun nur noch die Skier schnallen um auch ans Ziel zu kommen. Damit wünsche ich Ihnen und uns, den Bürgerinnen und Bürgern, unseren acht Ortschaften, unseren politischen Vertretungen, Vereinen und Verbänden ein gesundes und frohes, ein konstruktives und erfolgreiches Jahr 2010!