Dienstag, 12. Januar 2010

Neujahrsrede 2010

Am Sonntag trafen sich zahlreiche Wennigserinnen und Wennigser zum 25. Neujahrsempfang im Kloster. Meine Neujahrsrede:

Das Jahr 2010 hat vor wenigen Tagen begonnen und damit auch ein neues Jahrzehnt. Es ist das fünfte Jahrzehnt in das unsere Gemeinde Wennigsen nun geht, denn wir feiern im März 40 Jahre Gemeinde Wennigsen (Deister). Ich freue mich, dass Sie so zahlreich ins Kloster gekommen sind, so dass wir im gemeinsamen Gespräch dieses Jahr und dieses Jahrzehnt nun eröffnen können. Herzlich begrüßen möchte ich – auch im Namen der mit mir Einladenden - die gewählten Vertreterinnen und Vertreter, sei es aus dem Deutschen Bundestag, dem Niedersächsischen Landtag, dem Rat der Gemeinde Wennigsen, unseren Ortsräten. Ich freue ich zudem sehr, Vertreter unserer Nachbargemeinden begrüßen zu dürfen, unserer Vereine, Verbände, Kirchen und Feuerwehren. Ohne Sie, unsere Ehrenamtlichen wäre das Gemeindeleben nicht so vielfältig wie es ist und der Neujahrempfang ist ja auch dazu da, Ihnen Dank zu sagen!

Lassen Sie mich kurz auf das Jahr 2009 zurückblicken: Es war ein Schwieriges. Nicht nur wegen der Misere in Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Kommunalfinanzen, sondern auch hier bei den indivduellen Fragen unserer Gemeinde. Die fragende Stimmen werden lauter: Am Klostergrund stehen immer noch keine Häuser, am Hagemannplatz stehen nicht einmal Bäume, die Abwasserfrage ist noch nicht geklärt, der Kindergarten Vogelnest ist weiterhin im Stadium der Planung und das Gerätehaus der Feuerwehr ist noch immer nicht ausgeschrieben. Edeka und Laverana, Bolzplatz Bredenbeck wären weitere Stichpunkte. Als Bürgermeister kann man dies in der Neujahrrede nicht einfach übergehen, ohne Gefahr zu laufen ein Schönredner zu sein.

Gerade in Zeiten der Krise ist es daher angebracht, selbstkritisch auf die eigene Arbeit zu schauen. Und aus dieser Sicht neue Kraft für die großen Aufgaben zu schöpfen. Wir können mit Fug und Recht für 2009 sagen: Wir waren erfolgreich! Aber dennoch ist es schwer bei der Vielzahl an Herausforderungen den Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger und auch den eigenen Ansprüchen zu genügen.

Wir haben im vergangenen Jahr viel geschafft: Die Gartenregion war ein grandioser Erfolg. Allein die Auftaktveranstaltung an diesem Ort hat gezeigt, dass unsere Planungen ins Schwarze getroffen haben. Auch Holtensen, Bredenbeck, Wennigser Mark haben beeindruckende Projekte auf die Beine gestellt. Wir haben auch einen Dauerbrenner, im engsten Sinne des Wortes, gelöst: Die ökologische Hackschnitzelanlage für die Schule ist auf den Weg gebracht worden und kann im Frühjahr installiert werden. Neue Kinderbetreuungsangebote sind geschaffen worden, vor allem im Krippen- und Hortbereich. Der Ruheforst Deister ist eröffnet. Das Klimaschutzprogramm ist fertiggestellt und kann den Weg in die Gremien gehen. Auch das Konjunkturpaket ist hervorragend abgearbeitet worden. Projekte für rund 900.000 Euro sind so schnell realisiert worden, dass wir bereits in diesem Winter von den Energieeinsparungen profitieren. Der Beispiele gäbe es noch einige.

Aber wir haben eben nicht alles so weit gebracht, wie es gewünscht war. Zwei Beispiele: Der Kindergarten Vogelnest und der Klostergrund. Woran lag das? Wir haben hier mit hoher Qualität Schritt für Schritt gemacht. Bei dem Baugebiet haben wir erstmals gemeinsam mit der Klosterkammer einen Architektenwettbewerb durchgeführt – nicht, um Alternativen für dieses dieses vorerst letzte, große und zentrale Baugebiet im Kernort zu erarbeiten. Dutzende Köpfe: Architekten, Landschaftsplaner, Energieberater haben sich Gedanken gemacht, und uns Wege aufgezeigt, die wir nun gehen. Im Vogelnest ist es ähnlich. Ich möchte daran erinnern, zum Beginn der Ratsperiode haben wir über einen Kindergarten „von der Stange“ im Reihenhausbau diskutiert. Mittlerweile bewerben wir uns um EU-Gelder für das erste Familienzentrum im ländlichen Raum und auch hier läuft ein Architektenwettbewerb.

Ein Tiefschlag zu Jahresbeginn war die Kostenberechnung für das Gerätehaus, die zum Ende des vergangenen Jahres kam. Auch hier waren die Vorarbeiten solide: Grundstück gekauft, Raumplan fertig, Baugenehmigung und alle Detailplanungen liegen vor. Ich kann an dieser Stelle nur sagen: Wir gehen beherzt an dieses Thema, gleich übermorgen mit einer Sondersitzung um mit der Frische des neuen Jahres diesen Knoten durchzuschlagen.  Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr für Ihre Einsätze im vergangenen Jahr 2009.

Die Herausforderungen sind da, der Wille und die Kraft, sie zu lösen aber noch viel mehr. Die Rahmenbedingungen sind gut: Wennigsen ist gut durch die Krise gekommen. Herzlichen Dank an die Arbeit von Herrn Brandt und der WIG sowie viel Erfolg für die Gewerbeschau in diesem Jahr. Wir hatten im vergangenen Jahr einen deutlichen Zuwachs an Gewerbesteuer, rund einer halben Million mehr, allen schlechten Nachrichten getrotzt.

Gerade in diesem Jubiläumsjahr sollten wir uns die Frage stellen, wie wir die Gemeinde weiterentwickeln können. Gerade ein rundes Jubiläum ist ein Anlaß, nicht nur in der Tagespolitik zu verharren, sondern uns langfristige Perspektiven zu wählen und auf große strukturelle Herausforderungen uns vorzubereiten. Ein Stichwort ist der demographische Wandel. Dieser macht sich bereits jetzt in Vereinen und Verbänden deutlich. Gestern hat Bredenbeck den Auftakt gemacht und im Neujahrsgespräch versucht eine erste Vision für Bredenebck im Jahr 2020 zu finden. In diesem Jahr heißt es also, die Gemeinde weiter zu entwickeln für unsere Bürgerinnen und Bürger, von der Kinderbetreuung bis zur Seniorenarbeit, weiterentwickeln für Umwelt und Natur, und in vielen weiteren Bereichen, die das kommende Jahrzent prägen werden.

Der Skispringer Jens Weißflog hat einmal gesagt: „Man springt immer nur so weit wie man mit dem Kopf schon ist.“ Für manches müssen wir uns erst einen Kopf machen – wie die angesprochenen langfristigen Herausforderungen. Anderes, gerade die eingangs zitierten Probleme, sind nun reif der Lösung. Sie stehen schon in unseren Köpfen, wir müssen nun nur noch die Skier schnallen um auch ans Ziel zu kommen. Damit wünsche ich Ihnen und uns, den Bürgerinnen und Bürgern, unseren acht Ortschaften, unseren politischen Vertretungen, Vereinen und Verbänden ein gesundes und frohes, ein konstruktives und erfolgreiches Jahr 2010!