Donnerstag, 12. Mai 2011

Spontaner Besuch im Holtenser Bücherturm

Die alte Trafostation an der Linderter Straße in Holtensen zieht seit ein paar Tagen neugierige Blicke auf sich. Die Dorfgemeinschaft hat dort eine kleine Ortsteilbücherei eingerichtet. Der ehemalige Ortsbrandmeister Friedrich Krone renovierte und restaurierte fleißig an dem markanten Backsteingebäude. Nun ist die kleine Bücherstube fertig. Ich kam gestern von der Besichtigung der Baustelle der Fassadensanierung an der Holtenser Landjugend und trat erstmal auf die Bremse, um mir endlich Holtensens neue Sehenswürdigkeit anzusehen. Da ich von der Präsentation unseres neuen Gästeführers, des "Wennigsen-Guide", noch einige Exemplare auf der Rückbank meines Autos hatte, entschied ich mich kurzerhand, diese gleich einzubringen.  Die kleine, liebevoll eingerichtete Bücherei funktioniert nach dem Prinzip des freien Tausches. Jeder der ein Buch entnimmt, sollte auch wieder eines einstellen. Bei einem Stöbern durch die Buchregale fand ich Romane, GEO-Hefte, Kinder- und Jugendliteratur sowie VHS-Kasetten und sogar Computer-CDs. Der Turm ist vor zwei Jahren von der e.on Avacon als Stromversorger der Gemeinde Wennigsen überschrieben worden. Der damalige Ortsbürgermeister Friedrich Kreimeyer und ich hatten die Übergabe mit dem Energieversorger ausgehandelt.

Anschließend haben wir im Rathaus mit dem Dorfverein einen Vertrag zur kostenfreien Überlassung abgeschlossen. Die Verhandlungen sind damals gut und zügig über die Bühne gegangen, nachdem die Dorfgemeinschaft anstatt des Abrisses für eine Nachnutzung plädiert hatte, ein Konzept erarbeitete und auch die Eon sofort für eine Gemeinschaftslösung zu haben war. Ich erinnere mich noch gut, wie wir in jenen Tagen vor dem Turm standen und der leider zu früh verstorbene Kreimeyer auf den blauen Unterton der Ziegel hinwies. Er sagte, der deutliche Farbstich sei bei Ziegelsteinen aus Holtenser Produktion erkennbar. Holtensen war Jahrzehnte lang ein "Töpferdorf". Noch heute gibt es den Ziegeleiweg mit dem alten Wirtschaftsgebäude und die  Gebäude an der Bergstrasse, wo einst Töpfereien waren. Auch deuten noch viele Spuren in der Landschaft auf die Tonkuhlen hin und das Holtenser Wappen hat in der unteren Hälfte einen "Pott". Immerhin ist der tradierte Ortsname "Pott Holtensen". Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und hoffe natürlich eines: Dass der Turm und sein Innenleben nicht dem Vandalismus zum Opfer fallen. 

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