Montag, 10. Januar 2011

Neujahrsrede 2011

Im Anschluss an einen ökumenischen Gottesdienst hat gestern im Wennigser Klostersaal unser Neujahrsempfang stattgefunden. Rund 200 Gäste hießen im gemeinsamen Gespräch das neue Jahr willkommen. Unter ihnen die zahlreiche Bürger der Gemeinde, Abgeordenete des Bundes- und Landtages, des Rates und der Ortsräte und zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von Wennigser Vereinen, Verbänden Feuerwehren. Nach Begrüßung durch Abtissin Siemers, Klosterkammerpräsidentin Maier-Knapp-Herbst und Kirchenvorstand Dr. Armbrust habe ich meine Neujahrsrede gehalten. Hier sind Auszüge: 

Die Deister-Leine-Zeitung berichtet online: Link und weitere Bilder.
Im Namen der Gemeide Wennigsen möchte ich Sie herzlich begrüßen. Ich freue mich, dass Sie so zahlreich ins Kloster gekommen sind, so dass wir das Jahr 2011 willkommen heißen und im gemeinsamen Gespräch beginnen. Der Neujahrsempfang ist ja traditionell die Gelegenheit Danke zu sagen und daher freue ich mich, so viele engagierte Bürgerinnen und Bürger hier zu begrüßen.

< Begrüßungen >  Ich freue ich zudem sehr, Vertreter unserer Nachbargemeinden begrüßen zu dürfen, unserer Vereine, Verbände und Feuerwehren. Ohne Sie, unsere Ehrenamtlichen, hätten wir keinen solchen Zusammenhalt in Wennigsen und unseren Ortschaften und nicht so ein vielfältiges kommunales Leben.

2010 liegt hinter uns - und es war ein hartes, aber erfolgreiches Jahr. Die Liste dessen, was zwischen unserem vergangenen Zusammentreffen im Klostersaal und heute in der Gemeinde geschafft wurde, ist lang. Ein paar Beispiele:


Stichwort Bauarbeiten: Der Grundstein Feuerwehrgerätehaus ist nach 30 Jahren Übergangslösung gelegt worden. Der Schulanbau an der Sophie Scholl Schule hat begonnen - Volumen immerhin rund 900.000 Euro. Der Krippenausbau und die Dachgeschosssanierung am Bredenbeck Kindergarten sind beendet.Die neue Wasserleitung zum Steinkrug ist in Betrieb, die Regenwasserkanalisation Wennigser Mark wurde begonnen zu sanieren, einige Straßen sind runderneuert oder endausgebaut wie die Am Markt in Bredenbeck, die Beleuchtung zum Holtenser Bahnhof brennt und der Zebrastreifen Sorsum ist eingeweiht. Aus Fördermitteln hat der Bauhof das neue Schmuckbeet in der Hauptstraße gebaut und die Brückensanierung am Heimatmuseum ist auf dem Weg

Stichwort Umwelt und Klima: Die Hackschnitzelheizung an der KGS, eine der größten in Norddeutschland, hat ihren Betrieb aufgenommen. Die Bürgersolaranlage auf dem Rathausdach ist in Betrieb.Der Rat hat das Klimaschutzaktionsprogramm beschlossen. Auch geschafft: Der doppische Haushalt, auf den Jahre hingearbeitet wurde, ist erstmals dem Rat vorgelegt worden; während in Berlin noch konzeptioniert wurde, haben wir das Projekt Bürgerarbeit begonnen.Die WIG hat eine tolle Gewerbeschau organisiert, dafür unser Dank.

Wir haben gemeinsam hart gearbeitet, mitunter leidenschaftlich debattiert, und zu guter Letzt auch realisiert. Dafür möchte ich allen Beteiligten Dank sagen. Herzlichen Dank auch an all jene, von denen wir uns verabschiedet haben oder in diesem Jahr verabschieden.

Besonders tragisch war der plötzliche Tod unseres Ratsmitgliedes und Holtenser Ortsbürgermeisters Friedrich Kreimeyer, der uns mit seiner Schaffenskraft sehr fehlen wird.

Es ist aber auch eine Zeit der angekündigten Abschiede und wohlverdienten Ruhestände: Zu vorderst möchte ich zwei Ehrenamtler herausheben, die mit Jahresende 2010 nicht mehr in ihren Ämtern tätig sind: Unserem Wirtschaftskoordinator Werner Brandt und dem regionalen Umweltbeauftragten Kurt Müller. Beide haben gezeigt, mit welchem Sachverstand Verantwortungsgefühl sich Bürger ehrenamtlich einsetzen. Das Wirken dieser beiden ist exemplarisch. Beruflich im Ruhestand und im Ehrenamt hochaktive:  Sie haben über Jahre gezeigt, wie eine aktive Bürgerschaft unser Gemeinwesen voranbringt.

An dieser Stelle möchte ich aber auch allen danken, die ebenso wie Sie engagiert sind. Vielleicht nicht mit der öffentlichen Wirkung und in dieser immensen Stundenzahl. Aber wir haben gerade in Wennigsen eine Vielzahl an Aktiv Engagierten aus allen Bereichen. Um Dank zu sagen, haben wir in 2010 die ersten Ehrenamtskarten vergeben. Ein soll ein kleines Zeichen der Wertschätzung sein.

Wo Abschiede sind, da ist auch Erneuerung. Die Kommunalwahl bietet die Möglichkeit, sich politisch zu engagieren. Ein Generations- oder Gesichterwechsel steht aber auch bei zahlreichen Vereinen und Verbänden an. Stichwort ist nicht zuletzt der demographische Wandel. Den meisten von Ihnen die hier sind, brauche ich nicht zu erzählen, wie fruchtbringend aber auch wie schwierig ein Ehrenamt sein kann. Die meisten aber machen es gerne, weil die Arbeit am Nächsten viel Freude bringt. Daher bitte Sie, dies wieder und wieder in die Gemeinde zu tragen. Denn von Engagement lebt unser Gemeinwesen.

In diesem Jahr endet die Ratsperiode, die mit der Kommunalwahl 2006 begann. Es war eine Periode, in der viele Schwierigkeiten gelöst werden mussten: Das Dach des Kindergartens Vogelnest drohte, Kindern und Erzieherinnen auf den Kopf zu fallen, die Überlastungssituation der Kläranlage hat sich drastisch zugespitzt und eine grundsätzliche Beschlussfassung - Ableitung oder Eigenbau - musste und ist erfolgt. Hinzu kam Schwierigkeiten in den Ortschaften wie der Bolzplatz in Bredenbeck oder die Sperrung des Kindergartenbewegungsraumen. Die maßgeblichen Entscheidungen sind gefallen oder die Projekte bereits in der Umsetzung. Ich bin froh, dass wir diese Probleme in der alten Ratsperiode lassen können. Während die bauliche Umsetzung nun Sache der Verwaltung ist, können wir gemeinsam mit den Bürgern die strategischen Weichenstellungen für Wennigsen diskutieren. Dazu gehören vor allem die Themen wie Demographie, Bildung, Finanzen.

Wir, und damit meine ich nicht nur die politischen Repräsentanten, die zur Wahl stehen, sondern uns alle, die wir in politschen Ämtern stehen, sollten den Wähler mit guten Ideen überzeugen und nicht mit der Schärfe des Wettbewerbes. Kreativität ist gefragt, konstruktive und auch unkonventionelle Lösungen anstatt reiner Schärfe und populistischer Positionierung. Wir sollten fair und offen sagen, was machbar ist, und was aus finanziellen oder auch wie vielfach erlebt, juristischen Gründen, nicht möglich ist. 

Bevor es soweit ist, erwartet uns eine harte und arbeitsreiche erste Jahreshälfte. Mit Ruhe und Sachlichkeit müssen wir vor dem Wahlkampf einige wichtige Themen auf den Weg bringen:

Die Übergangslösung für den Kindergarten Vogelnest muss entschieden werden, das große Thema Edeka in der Hauptstraße und weitere Weichenstellungen des Einzelhandels warten auf uns.
Die Bauleitplanung Klostergrund geht auf die Zielgerade, in den Ortschaften sind oder werden nun auch wichtige Themen entscheidungsreif: Holtensen II. Bauabschnitt des Neubaugebietes Vörier Berg zum Beispiel oder in der Wennigser Mark die Frage des Mehrgenerationenhauses, in Evestorf die Frage der Umstufung B 217 ...

Zu den harten Themen gehören auch zwei wichtige Weichenstellungen: Der Umgang mit unserer Landschaft vor der Herausforderung der zunehmenden Anzahl an Tierhaltungsanlagen. Hier ist ebenfalls Vorarbeit geleistet und eine politische Weichenstellung steht an. Zweites heißes Eisen ist die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Klosterkammer. Es ist nicht nur die Frage der Erbpacht, die wir in den politischen Gremien kritisch mitbegleiten, sondern auch Dauerbrenner wie Waldrandweg oder Kindergartengrundstück. Das Jahr 2011 muss ein Jahr des kritischen Dialoges werden, sonst nehmen beide Seiten schweren Schaden!

Diese Themen sind bereits vielfach gut vorbereitet und können angepackt werden. Wir können unser großes Fest, das uns alle drei Jahre erwartet, dann im Sommer als echte Zäsur nehmen: Das historische Freischießen wird auch 2011 wieder ein Höhepunkt des Gemeindelebens. Seit dem Schinkenklopperball steigt die Vorfreude und wir werden in diesem Jahr gemeinsam viel Spaß haben.

Wir haben viel geschafft in 2010. Die Ärmel sind hochgekrempelt und wir lassen sie auch oben. Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Mitglieder in unseren Vereinen und Verbänden, sehr geehrte politische Repräsentanten, hoch geschätzte Ehrenamtliche der Kirchen, des Sozialen und Kulturellen: Freuen wir uns gemeinsam auf 2011! Arbeiten wir gemeinsam daran, dass unsere Gemeinde Wennigsen und unsere acht Ortschaften so lebens- und liebenswert bleiben und durch die gesteckten Ziele unsere Gemeinschaft weiter zusammenhält und auch 40 Jahre nach Gemeindegründung weiter zusammenwächst.