Freitag, 23. März 2012

Archäologen sichern die Spuren der frühen Wennigser

Um ein Sprichwort passend abzuwandeln: "Wenn einer eine Grube gräbt, dann kann er was erleben..." Derzeit bauen wir das Familienzentrum "Vogelnest" an der Neustadtstrasse. Eine Auflage in der Baugenehmigung lautet, dass die Arbeiten von Archäologen fachgerecht begleitet werden. Und wo Fachleute sind, da sind auch Funde!

Nachdem bereits in der vergangenen Woche ein Mauerfundament freigelegt worden war, sind auch in dieser Woche Funde zu Tage befördert worden. Verfüllte Gruben weisen auf Siedlungsreste hin, die rund eintausend Jahre alt sind. Die Regionsarchäologin, Ute Bartelt, nimmt an, dass die Spuren aus dem Hochmittelalter, geschätzt vom 9. bis 12. Jahrhundert stammen. Um den Zeitplan des Baus nicht zu gefährden, werden nun "Rettungsgrabungen" von Archäologen und Grabungshelfern durchgeführt. Bereits im April sollen die Hochbauarbeiten beginnen.
Der Einzugstermin im August kommenden Jahres muss gehalten werden, da ab dann die Krippen- und Kindergartenplätze zur Verfügung stehen müssen. Zudem sind EU-Fördergelder im kommenden Jahr zwingend abzurechnen. In den kommenden Tagen wird daher akribisch auf dem Gelände Zentimeter für Zentimeter freigelegt. Die Fundstellen sind dunkle Flecken im Boden, die darauf hinweisen, dass der ursprüngliche Boden verfüllt wurde.

Das Dunkel stammt von organischem Material wie Kohle oder Humus. Einige der Befunde bleiben weiterhin im Boden ruhen. Im südlichen Bereich des Grundstückes soll der Spielplatz entstehen. Dort wird die Historie weiterhin im Boden schlummern können.

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