Donnerstag, 18. Oktober 2012

Geschoss in der Hecke


Eine Bombe lag hinter einem Gartenzaun in Degersen. Vor Jahren oder gar Jahrzehnten hatte sie dort wohl jemand abgelegt, um sich ihr zu entledigen. Ich war gerade zu Fuß auf dem Heimweg und traf die Gärtnerin mit ihrem Sohn. Beim Heckeschneiden haben die beiden das Geschoss entdeckt und warteten bereits auf den Kampfmittelbeseitigungsdienst. Der aus Hannover nach kurzer Zeit eingetroffene Fachmann untersuchte das Geschoss und stellte fest, dass es sich um ein kinetisches Projektil handelte. Das heißt, es war keine mit Sprengstoff gefüllte Munition, sondern massives Metall. Solche Wuchtgeschosse wurden aus Panzern abgefeuert, um Wände und Panzerungen zu durchbrechen. Lediglich Leuchtmittel waren darin enthalten, um die Flugbahn zu verfolgen. Er erläuterte, dass überall in deutschen Gärten, Wäldern und Äckern noch mit Munition zu rechnen sei. Schwerwiegende Zwischenfälle mit Zivilisten habe es in den zurückliegenden Jahrzehnten zum Glück nicht gegeben.In unserer Gegend müsse auch niemand Angst haben, da es sich bei solchen Funden um Einzelfälle handele. Dennoch sei stets Vorsicht geboten. Sein Ratschlag: Umgehend die Polizei verständigen. Ihr Beseitigungsdienst kümmert sich um alles weitere. Kosten entstehen dem Benachrichtigenden keine. Und so war die Angelegenheit auch rasch beendet, indem er das 12 Kilogramm schwere Geschoss mitnahm.

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