Freitag, 10. Februar 2012

Wildes Wachstum der Gemeinschaftsgärtnerei


Ein innovatives Projekt wurde mir in dieser Woche im Rathaus vorgestellt: Die Initiative "Solidarische Landwirtschaft" mit ihrer "Gemeinschaftsgärtnerei Wildwuchs". Es ist eine Mischung aus Gemüseabonnement und genossenschaftlichem Kleingärtnern. Die Idee: Obst und Gemüse werden in Bio-Landwirtschaft lokal angebaut. Die Gemeinschaft teilt sich den Ertrag und trägt als Anteilseigner die Kosten.

Barbara Gibas ist "Mitgärtnerin" und vor allem Mit-Initiatorin des Projektes. Sie berichtete, dass sich insgesamt 70 Anteilseigner beteiligen können. Ein Anteil kostet 80 Euro im Monat. "Das ist aber nicht der Preis für die Ernte", erläuterte mir Frau Gibas. Diese bekämen die Anteilseigner zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um die anteiligen Gesamtkosten an dem Projekt, also auch Unterhaltung des Bauernhofes, Bio-Zertifizierung und solche Dinge. Fällig wird der Beitrag auch dann, wenn zum Beispiel Schädlinge über die Pflanzen herfallen oder witterungsbedingt weniger Erträge kommen. Die erste, zu verteilende Ernte wird es im Mai geben. Die "Mitgärtner" haben ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Kulturen. Zugleich müssen sie aber auch die Ärmel hochkrempeln, denn gemeinschaftliches Arbeiten ist auch Teil der Initiative. Bücken zum Jäten, Ernten, Stoppeln ist also auch angesagt.

Am Montag wurde das Projekt in der Wennigser Ökosiedlung vorgestellt, am Donnerstag in der Alten Bettfedernfabrik auf dem "Faust"-Gelände in Hannover. Wer sich noch beteiligen möchte, muss sich beeilen, denn die meisten Anteile sind bereits reserviert. Qualität, Transparenz, regionale Nachhaltigkeit und emotionale Bindung sind die Vorteile, die sich die Initiative von dem Projekt erhofft. Für mindestens ein Jahr binden sich die "Mitgärtner". Der Betrieb liegt im Gehrdener Ortsteil Leveste, wo 5,4 Hektar Fläche bewirtschaftet werden. Davon sind zwei Hektar Acker und 1,5 Hektar Streuobstwiesen.