Sonntag, 13. Januar 2013

Auf geht's ins neue Jahr

Mehr als 200 Gäste sind heute in den Klostersaal zum Wennigser Neujahrsempfang gekommen. Unter ihnen verdiente Ehrenamtliche, Abgeordnete, Vertreter der Wennigser Institutionen und Vereine. Der Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas bekräftigte in seinen Worten zum neuen Jahr noch einmal den Willen der Kammer, dass im Klostergrund auch Grundstücke verkauft werden sollen. Meine Neujahrsrede widmete ich vor allem den baulichen Veränderungen, die in diesem Jahr im Ortskern Wennigsen auf uns zukommen. Ich dankte den Bürgern aber auch für die zurückliegenden Erfolge, unter anderem dafür, dass Wennigsen dank des Engagements bundes- oder landesweit für Preise nominiert war bzw. sogar einen davon gewann.

Das Wesentliche aus dem Manuskript meiner Neujahrsrede 2013 (es galt das gesprochene Wort)

Was wäre Wennigsen ohne Sie: die Vertreterinnen und Vertreter unserer Vereine, Verbände und Feuerwehren. Ganz besonders durch Sie ist Wennigsen und alle unsere acht Ortschaften so lebenswert, ist Zuhause und ein liebenswerter Platz zum Sein! Ich sage das heute deshalb so ausdrücklich, weil Wennigsen Sie mehr braucht denn je. Wennigsen wird in 2013 deutlicher als in den zurückliegenden Jahren sein Gesicht verändern. Da braucht es starken Zusammenhalt, Engagement und auch bei allen Veränderungen Konstanten, an die man sich im Ort halten kann.

Wennigsen verändert sich. Der zentrale Bereich des Kernortes – die Hauptstrasse wird in 2013 eine Großbaustelle sein. Das größte wirtschaftliche Vorhaben seit Jahren steht an – es ist der Ausbau des Edeka-Marktes. Abrissbirne, Bagger und Kran sind schon bestellt. Für mich war die Sitzung des Wirtschaftsausschusses in der vergangenen Woche ein Schlüsselmoment. Herr Ladage stellte die Planung dieses Millionenprojektes vor – und zwar erstmals im Hinblick auf die Realisierung mit konkreten Zeitplänen, Übergangslösung bis hin zur Innenausstattung. „Im Februar geht es los“, waren sein Worte. Wir wissen wie wichtig das ist, wir haben lange darauf hingearbeitet und wir freuen uns! Natürlich macht Baustelle auch Dreck und Ärger, aber einen modernen Markt mit Post und Café im Blick zu haben, eine zum Einkaufen ebenso wie zum Verweilen einladende Hauptstrasse ist aller Mühen wert. Alle Branchen der Hauptstrasse profitieren davon. Das Reisebüro, in dem auch der gemeinsame Tourismus-Service untergebracht ist, zieht um. Die Gastronomie verändert sich. Eine neue Tapas-Bar, auch die alte Kerbe kommt zurück – die Hauptstrasse pulsiert. Und die Gemeinde schiebt in diesem Jahr das Verkehrskonzept an.

Ein Blick lohnt auch an das andere Ende. Mit Beharrlichkeit und Konsequenz hat der Verein die Kulturmacher an der Übernahme des Alten Zollhauses gearbeitet. Es ist das erste Mal seit Jahren, dass eine Perspektive für dieses identitätsstiftende Gebäude zum Greifen nahe ist. Darauf kann sich Wennigsen freuen, aber wir müssen auch daran mitarbeiten. Zu den Veränderungen gehört die Kinderbetreuung mit der Fertigstellung des Kindergartens- und Familienzentrums Vogelnestes mitten im Ort. Es ist nicht nur das Gebäude, sondern ein tiefgreifender Strukturwandel bei der Kinderbetreuung [...]. Dazu gehört auch die räumliche Veränderung von Jugendpflege, Kinderhort und der Grundschule, die derzeit politisch beraten wird.
Alles in allem geht das erfolgreich weiter, was seit Jahren strategisches Ziel der Wennigser Entwicklung mit Rathausbau oder Hagemannplatz ist: Nicht an den Rand sondern ins Zentrum gehört das Leben des Ortes. Auch in den Ortschaften gilt der Focus den Ortskernen – Beispiel Holtensen. Ich danke dem Rat für die Freigabe zur Mittel zum Ankauf der Volksbank-Gebäudes um hier eine langfristige strategische Kopplung von DGH und Kinderbetreuung zu ermöglichen.
Auch in die Diskussion Corvinus-Zentrum in der Wennigser Mark ist frischer Wind gekommen, der in die richtige Richtung führen kann. Die großen Bauvorhaben der zurückliegenden Jahre waren das Ergebnis strategischer Planung und Vorbereitung, viele Köpfe und Hände haben mitgewirkt. Ein Beispiel: In 2012 gelungen, mit das Radwegenetz der Gemeinde zu schließen. Selten haben wir eine kurze Radtour so genossen wie die nach Sorsum im vergangenen Jahr. Hier haben Land Niedersachsen und Gemeinde auf der Zielgeraden Hand in Hand gearbeitet, der jahrelange Druck der Ehrenamtler hat zum Erfolg geführt. Das Radverkehrsaktionsprogramm, erarbeitet im Ehrenamt hat sogar dazu geführt, dass wir auf dem Treppchen beim Radverkehrspreis Niedersachsen stehen durften. Ein herzliches Dankeschön daher in diesem Jahr stellvertretend für alle Engagierten Herrn Laskowski und dem Team des ADFC.

Dass langfristige Strategien aufgehen und Früchte tragen wird mittlerweile auch von außen anerkannt. Eine Wennigser Delegation reiste nach Düsseldorf, weil wir zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Governance und Verwaltung nominiert waren. Wir gehört mit mit Augsburg und Solingen zu den besten Drei - wohlgemerkt mit einem zehntel der Größe und einem noch geringeren Bruchteil der Finanzmittel. Gewürdigt wurde das breite ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement hier in der Gemeinde, angefangen beim Jugendparlament bis hin zu den Aktionsprogrammen wie Klimaschutz. Im April haben wir den erstmals verliehen Preis für Online-Partizipation für das Projekt im Hohen Feld in Berlin gewonnen. Eines haben wir vor Ort mit dem Insititut für Informationsmanagement der Uni Bremen gezeigt: Dass das weltweite Netz auch den dörflichen Zusammenhalt stärkt und für nachbarschaftliche Projekte genutzt werden kann. [...] In allen diesen Verfahren hat sich gezeigt: Auch wenn es am Geld mangelt, sogar der Euro schwach ist, die härteste Währung der Kommune ist das Engagement ihrer Bürger. Und dafür möchte ich heute Danke sagen. Und ein die herzliche Bitte zum Weiterso!
Eine Keimzelle des Engagements, liebe Frau Harnitz stellvertretend für die Schulen in Wennigsen, sind Kinder und Jugendliche. Der Schülerhaushalt ist auf dem Weg. Man mag über die Dönerbude schmunzeln, die die Schülerinnen und Schüler mit höchster Priorität versehen haben. Fakt ist: Das Engagement der Schule war hervorragend, die Schüler mit Leidenschaft bei der Sache, Wennigsen bundesweit eine von zwei Kommunen, die ausgewäht waren zur Teilnahme. Für uns bedeutete das, mit der Bertelsmann-Stiftung einen starken Partner nach Wennigsen zu holen und überregionale Aufmerksamkeit auf die Innovationskraft und vor allem Innovationsfreude unserer kleinen Gemeinde am Deister zu ziehen. [...] In Bredenbeck und Holtensen folgen für uns nun zwei Kinderbeteiligungsprojekte mit Spielplätzen. Und bei der SSGS natürlich natürlich nicht nur die Umsetzung des Schülerhaushaltes, sondern vor allem der Oberstufe, die wir in 2012 beschlossen haben.

So sehr wir Bürgermeister über die schlechte finanzielle Ausstattung der Kommunen klagen, um so deutlicher zeigt sich: eine Vitalisierung der Kommunalen Selbstverwaltung, dieser großen politischen Errungenschaft, ist keine Frage des Geldes sondern der Ideen, der Kreativität und des Engagements. Dennoch, sehr geehrte Abgeordnete und Kandidaten des und zum Deutschen Bundestag und Niedersächsischen Landtag: Vergesst nach den Wahlen in diesem Jahr nicht, dass es die Kommunen sind, die vor Ort die großen politischen Themen tragen müssen und dafür die Ausstattung benötigen.

Sehr geehrter Herr Kammerpräsident, nach Jahren der Planung und Vorbereitung soll Wennigsen nun auch sein Gesicht im Klostergrund verändern. Wir arbeiten an der Rechtskraft des B-Planes und sind kurz davor. An dieser Stelle möchte ich Danke sagen für den beschrittenen Weg des Dialoges und der Taten. Stichwort unentgeltliche Übertragung des Kindergartengrundstücks und die Möglichkeit des Eigentums am Klostergrund. Natürlich hat es in Wennigsen bereits Grundstücksveräußerungen der Kammer gegeben. Die Wichtigkeit des Schrittes jetzt muss aber anerkannt werden, weil solche Entscheidungen auch immer im Spiegel ihrer Zeit gesehen werden müssen. (Es ist das zweite Mal, dass eine solche Möglichkeit geschaffen wird. Im übrigen sagt der Volksmund, dass mit dem dritten Mal eine Tradition begründet ist.) Grundlage der Schritte aufeinander zu, ist dass der von vielen Seiten eingeforderte Dialog tatsächlich eingetreten ist. Wir reden wieder gern miteinander und am Ende steht ein Ergebnis. So kann es weitergehen.

Es ehrt uns hinter dem Rednerpult, dass Sie so geduldig gelauscht haben. Nun ist es aber höchste Zeit für Gespräche und den Dialog! Freuen wir uns auf 2013. Arbeiten wir gemeinsam daran, dass unsere Gemeinde und unsere acht Ortschaften so lebens- und liebenswert bleiben. Beginnen wir diese Arbeit für dieses Jahr heute im gemeinsamen Miteinander hier im Klostersaal. Ihnen und Ihren Familien alles erdenklich Gute für 2013, vor allem Gesundheit. Uns allen in der Gemeinde wünsche ich guten Zusammenhalt und dicke Portion Schaffenskraft!

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