Freitag, 27. Dezember 2013

Polizeischule soll Bauland werden

Die Zeit "zwischen den Jahren" eignet sich gut, strategische Themen jenseits des Tagesgeschäfts zu erörtern. Heute habe ich der Presse unseren Sachstand beim Areal der Polizeischule Wennigser Mark vorgestellt. Die Sondierungsgespräche gehen dem Ende zu und nun wird es konkret: Für 2014 steht das Thema oben auf der Agenda. Nach Abzug der Polizeiausbildung möchte das Land Niedersachsen das rund fünf Hektar große Gelände veräußern. Potenzielle Interessenten sind an die kommunale Bauleitplanung gebunden, die die künftige städtebauliche Struktur des Geländes bestimmt. Wir haben mittlerweile mit mehreren Grundstücksgesellschaften und privaten Investoren verhandelt. Die Wiederbelebung des Areals rückt damit in greifbare Nähe. Die Zahl der Interessenten verengt sich nun auf drei. Im Frühjahr kommenden Jahres sollen sich diese öffentlich vorstellen. 
Im Anschluß soll die Entscheidung fallen, welchen Investor die Gemeinde favorisiert. Mittlerweile vom Tisch ist die Planung für ein Seniorenheim, auch für großflächigen Einzelhandel eignet sich das Gelände nicht. Alle Konzepte, die noch in der engeren Auswahl sind, müssen sich an einen vorgegeben Kriterienkatalog der Gemeinde halten. Dazu gehört die Ausweisung von Wohnbauland in unterschiedlicher Struktur. So sollen Ein- und Mehrfamilienhäuser auf dem Areal entstehen. Auch ein innovatives energetisches Konzept wird gefordert. Der Erhalt der Sporthalle wird angestrebt. Diese stellt eine wichtige Trainingsmöglichkeit für örtliche Vereine dar, auch der Spielkreis nutzt diese. Auch geprüft wird, ob über ein dort liegendes Glasfaserkabel die ganze Ortschaft mit schnellerem Internet versorgt werden kann. Aufgrund der Größe und Lage des Areals ist auch das Team Raumordnung der Region Hannover in die Planungen eingebunden. Mit Beginn der Bauleitplanung muss zwischen Land und Investor die Kaufverhandlung weitgehend abgeschlossen sein. 

Wir wollen Kinderbetreuung im Dorfkern

Das Gelände hat die Chance, ein ganz besonderes Wohngebiet zu werden. Die exponierte Lage am Hang des Deisters, unmittelbar am Landschaftsschutzgebiet und nah zum denkmalgeschützten Georgsplatz sprechen für sich! Geplant sind rund 60 Wohneinheiten. Einen eigenen Kindergarten wie bei anderen Baugebieten üblich, soll das Baugebiet nicht erhalten. Der Beschluss des Rates, die örtliche Kinderbetreuung gemeinsam mit den Johannitern in Corvinus-Zentrum durchzuführen ist hier zukunftsweisend. Vor Weihnachten wurden die entsprechenden Verträge unterzeichnet. Durch die Aufwertung des Spielkreises in einen Kindergarten mit Krippenbetreuung ist auch qualitativ ein hoher Standard gesichert. Das Corvinus-Zentrum ist bereits so geplant, dass es mit Realisierung der Polizeischule baulich um eine zweite Gruppe erweitern kann.   Der Wennigser Märker Ortsrat ist in die Planungen eingebunden. Ortsbürgermeister Holger Dorl erklärt: „Das Gelände der Polizeischule bietet eine große Chance für den Ort. Dieses sollte nicht der Natur überlassen werden“.  Das Gelände der Polizeischule war ursprünglich eine Zündschnurfabrik. Zwischen 1946 und 1955 war dort ein Altenheim untergebracht. Ab 1956 folgte eine Nutzung als Polizeischule, zunächst zur Ausbildung von Diensthunden und zur Kraftfahrerausbildung. 1974 wurde der Grundstein des heutigen Gebäudekomplexes mit Schulungsräumen, Werkstatt, Mensa und Wohnungstrakt gelegt. Damals hatte das Land Niedersachsen 20 Millionen D-Mark in die Bauten investiert. Im Oktober 2008 zog die Polizei aus. Lediglich die Schießanlage, die sich im Keller unter der Sporthalle befindet, wird noch als Ausbildungsstätte des Sondereinsatzkommandos genutzt. Ein aus dem Jahr 2009 stammendes Gutachten im Auftrag der Oberfinanzdirektion des Landes hat den Wert der Immobilie zwischen 3,8 und 4,5 Mio. Euro geschätzt.

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