Dienstag, 18. Februar 2020

Hauptstrasse: Im März geht es los


Es ist soweit: Die Gemeinde Wennigsen (Deister) hat die Vergabe der Bauleistungen für das Sanierungsgebiet Ortsmitte Wennigsen beschlossen. Die Firma Beton- und Monierbau aus Nordhorn wird Ende März mit den Bauarbeiten starten. Rund 5,7 Mio. Euro wird die Maßnahme kosten und in neun Sanierungsabschnitten bis ins Jahr 2022 andauern. Beginn wird an der Kreuzung Heitmüller sein. Damit gehen Jahrzehnte der Diskussion nun in die aktive Phase über, in der Bagger rollen und an einer attraktiven Ortsmitte gearbeitet wird!

Hier meine heutige Pressemitteilung im Wortlaut: 

Bereits im Sommer hatte die Gemeinde die Sanierung der Ortsmitte ausgeschrieben. Aus Kostengründen ist die Ausschreibung jedoch aufgehoben worden. In der Folge hat das Ingenieurbüro bpr die Leistungsverzeichnisse überarbeitet und aktualisiert. Unter anderem sind zwischenzeitlich ergangene Auflagen mit eingearbeitet worden, die von den Baufirmen mit zu veranlassen sind. Dazu gehört eine archäologische Untersuchung der Kreuzung Heitmüller, die aufgrund der Nähe zum historischen Kloster seitens der Region Hannover als notwendig erachtet wird. Dazu gehört auch eine Kampfmittelsondierung, da es in Wennigsen noch Verdachtsflächen für Bombenabwürfe gibt. Zudem finden sich nun auch Maßnahmen für Dritte im Leistungsverzeichnis. Dazu gehört die Sanierung der Landesstraße zwischen der Kreuzung und dem Zebrastreifen in Richtung Friedhof im Auftrag der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr

Neun interessierte Firmen haben Unterlagen abgefordert, zwei haben ein Angebot abgegeben. In der neuen Ausschreibung, die im Dezember 2019 auf den Markt gegeben wurde, bestand für die Firmen  die Möglichkeit, mehrere Hauptangebote mit unterschiedlichen Startterminen zwischen März und Mai abzugeben. Diese Flexibilisierung sollte dazu dienen, günstigere Angebote zu erhalten. Diese Möglichkeit hat jedoch keine Bieterin genutzt. Die günstigste Bieterin ist mit einer Angebotssumme von rund 5,7 Mio. Euro die Firma Beton- und Monierbau GmbH aus Nordhorn. Die Auftragssumme beinhaltet nicht nur Bauleistungen für die Gemeinde Wennigsen (Deister), sondern auch für das Land sowie Leitungsträger wie die Avacon (Strom und Gas) oder Purena (Frischwasser). Auf Dritte entfällt ein Anteil von ca. 400.000 Euro

Der Hintergrund, dass wenige Firmen abgegeben haben und es zu einem hohen Submissionsergebnis kam, dürfte die komplexe Bauweise im Bestand unter Aufrechterhaltung des Anliefer- und Kundenverkehrs sein sowie die Vielzahl und Kleinteiligkeit der Bauabschnitte. Hinzu kommt eine allgemein extrem gut laufende Tiefbaukonjunktur. Im Speziellen hat es eine erhebliche Steigerung der Materialpreise gegeben, insbesondere für Beton- und Asphaltprodukte. Obwohl die Baumaßnahme für die Gemeinde 590.000 Euro über der letzten Kostenschätzung liegt, hat sich die Gemeinde für eine Auftragserteilung entschieden. Da mit weiterhin steigenden Preisen zu rechnen ist, musste sich das Unternehmen für die gesamte Bauzeit an die heutigen Preise binden.
Zwischen Baufirma, Gemeinde und Ingenieurbüro wird nun der Bauzeitenplan abgesprochen. Ein Auftaktgespräch hat gestern im Rathaus stattgefunden, an dem auch Leitungsträger, Regiobus, die Straßenverkehrsbehörde und weitere teilgenommen haben.

Geplant ist, dass der erste Sanierungsabschnitt im März beginnen soll. Schwerpunkt ist die Kreuzung Heitmüller, wo insbesondere umfangreicher Kanalbau getätigt werden muss. Die Fahrbahn wird entsprechend der aktuellen Schwenkradien aufgeweitet, um allen Verkehrsteilnehmern mehr Übersichtlichkeit und Sicherheit zu geben. Das Unternehmen wird im Auftrag des Landes auch den Bereich von der Bushaltestelle am Rathaus bis zur Einmündung Sorsumer Straße sanieren. Insgesamt sind neun Bauabschnitte geplant, um Kunden und Anlieferverkehr die Möglichkeit zu geben, die Geschäfte zu erreichen. Die Zufahrt zur Hauptstraße ist während der gesamten Bauzeit stets von einer Seite aus gesichert sowie in der meisten Zeit auch von den Nebenstraßen. 

Der Sanierung gingen jahrzehntelange politische Beratungen voraus. Im Jahr 2014 hat der Rat der Gemeinde Wennigsen ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ beschlossen, um die Sanierung des Ortskernes durch die städtebauliche Bundes- und Landesförderung unterstützen zu lassen. Bund und Land fördern die Maßnahme mit bis zu 2,8 Mio. Euro. Die Sanierung wird begleitet durch einen Sanierungsträger, die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) in Hannover. Diese koordiniert zwischen den fördermittelgebenden Stellen und der Gemeinde. In der Gemeinde hat eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Ratsmitgliedern, Anliegern, Wirtschaftstreibenden und Vereinsvertretern die Planungen in den zurückliegenden Jahren begleitet. Weitere Beschlüsse, beispielsweise über einen Verfügungsfonds zur Belebung der Hauptstraße während der Baumaßnahme, sollen hier nun für die politische Beschlussfassung vorbereitet werden.
Zur Kommunikation zwischen allen Beteiligten hat der Rat der Gemeinde Wennigsen beschlossen, einen „Baustellenkümmerer“ einzusetzen. Diese Funktion nimmt Herr Horst Lahmsen wahr.

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